Veränderung im Jahreskreis


Februar

Qualität der Zeit - Vertrauen

Die Tage sind jetzt deutlich länger und wenn die Sonne scheint haben wir die Gewissheit, dass es auch in diesem Jahr einen Frühling und neues Wachstum geben wird. Jetzt ist die Zeit, wo wir Zuversicht und Geduld brauchen. Die Zuversicht, dass das Leben wieder zurückkehrt nach dieser langen dunklen Zeit. Die Geduld, weil wir vielleicht des Winters überdrüssig sind, nach Wärme und Sonne dürsten und das Frische, Neue sehnlichst erwarten. Der Frühling ist noch lange nicht da, doch er schickt uns bereits seine Vorboten.

 

Die Zeit der langen Dunkelheit liegt nun hinter uns. Das Licht ist spürbar wieder da und damit die ersten Anzeichen von Frühling: die Hasel blüht, klein und unscheinbar, die Vögel singen schon wieder und erste Frühblüher spitzen aus der Erde. Auch wenn es noch kalt ist, erinnern wir uns an die Frühlingsenergie, die es schafft, alles wieder zum Leben zu erwecken. Und das tut so gut!

 

Die Samen aus dem letzten Jahr sind nun bereit im Boden zu keimen und zu wachsen. Und sobald die Sonne ihre Strahlen ausschickt und wir spüren, dass sie wärmt, fängt es auch in uns an zu ruckeln und sich zu bewegen. Unsere Ideen und Projekte, die bisher vielleicht noch vage blieben, werden nun konkreter, wir können sie benennen, uns darüber mit anderen austauschen, Pläne schmieden. Die endgültige Umsetzung darf noch andauern, bis im März zur Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche. Jetzt sind die Vorbereitungen zu treffen: zu visualisieren, was kommen kann und soll.

 

Schau einmal, inwiefern diese Fragen für Dich momentan relevant sind:

  • Wie ist mein Bild, meine Vision von diesem Jahr?
  • Wo habe ich Vertrauen, dass es kommt? Wo möchte ich gerne mehr Vertrauen haben?
  • Was sind meine inneren Ressourcen und Stärken?

Ich wünsche allen eine verbundene Zeit – lasst Euch vom Februar einladen zu lauschen, was möglich ist. Und vertraut auf Eure Schaffenskraft.

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April

Qualität der Zeit - Aufbruch und Neugierde

Die Sonne wärmt, die Nächte und die Luft ist noch kalt  - es ist nun eindeutig Frühling.

 

Nach einem Moment der Balance zwischen Tag und Nacht überflügelt der Tag seit dem 21.3. die Dunkelheit und die Zeitumstellung auf Sommerzeit ist nun auch erfolgt. Auch wenn wir das Gleichgewicht häufig anstreben, in der Natur herrscht die Pendelbewegung vor. Die Zeitumstellung und die wärmende Sonne verstärken das Gefühl von der Verheißung des Sommers, von Leichtigkeit und Lebendigkeit. Die Naturkräfte sind wieder deutlich zu spüren und alles Leben erhält einen kräfigen Schub.

 

Die Vögel wecken uns schon früh morgens und singen bis in den späten Abend hinein, Hummelköniginnen sind auf der Suche nach einem Platz für ihr Volk. Nicht nur wenn wir im Wald unterwegs sind, entdecken wir voller Freude die zahlreichen Blumen und Blüten, Felder von Buschwindröschen, die sich öffnenden Knospen der Bäume und die unzähligen Keimlinge, die aus dem Boden wachsen. In ihnen ist die ganze Pflanze, der große Baum angelegt – das gibt uns die Zuversicht, dass auch die neuen, noch zarten Dinge in uns und in unserem Leben das Potential in sich tragen, ihre volle Größe zu entwickeln.

 

 

Und ebenso wie die Bäume und mehrjährigen Pflanzen auch in diesem Jahr wieder neue Blätter und Blüten treiben, kräftiger und größer werden, können wir den Blick auf das richten, was wir schon vor einiger Zeit erschaffen haben und was weiterhin wächst.

 

Es ist die Zeit, die Ideen und Pläne der letzten Monate konkret umzusetzen. Dafür brauchen sie ebenso wie wir die Kraft der Sonne und des Lichtes, gute Nahrung und einen geeigneten Standort in guter Nachbarschaft. Und wie in der Natur wachsen da auch Dinge, die wir bewusst gar nicht gesät haben, wir können sie mit Neugierde und Offenheit betrachten und freudvoll erwarten, was sich da entfalten will.

 

Fragen zu dieser Zeit können sein:

  • Was braucht meine Aufmerksamkeit und Fürsorge, dass es gut wachsen und gedeihen kann?
  • Was möchte ich auf jeden Fall umsetzen in diesem Jahr, worauf setze ich meinen Fokus?
  • Was braucht mein Kommitment und meine Hingabe?
  • Was reizt mich, worauf bin ich neugierig?

Genießt die Zeit des Aufbruchs und der wiederkehrenden Lebendigkeit! Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Umsetzen Eurer Pläne und Ideen und auch Offenheit für das Unerwartete.


Mai

Qualität der Zeit - Alles wächst

Alles neu macht der Mai. Der Frühling ist jetzt da in seiner ganzen Fülle und Pracht. Auch wenn die Nächte und auch Tage noch kalt waren in der ersten Monatshälfte, die Sonne wärmt uns durch und durch.

 

Das Grün der Bäume ist satter geworden, unzählige Blumen und Sträucher blühen, die Vögel singen und die Tage sind bereits gefühlt lang. Vielleicht erinnern wir uns an den Mai im letzten Jahr, der schon ein früher Sommer war, voller Leichtigkeit, nichtwissend, was der Sommer noch an Hitze bringen wird. Dieses Jahr ist es anders - später, ein langsamerer Start in den Sommer. Wir wissen wieder nicht, was noch kommen wird. Aber gewiss ist, es strotzt jetzt nur so vor Kraft und Vielfalt, Fülle und unendlichen Optionen – in der Natur du in uns.

 

Der Mai ist ein verheißungsvoller Monat, alles ist möglich, alles bereit, nahezu unverschämt. Es wächst und blüht, aber es ist auch noch Zeit zum Säen. Die Vögel brüten, die letzten Pflanzen können nach draußen gesetzt werden, die Obstblüte legt den Grundstein für die Früchte im Herbst. Was brauchen sie an Schutz, an Pflege, an Wasser, an Nahrung – das ist grundsätzlich jedes Jahr gleich und gibt die Pflanze vor. Und doch ist es auch immer wieder ganz anders, je nach Wetter und äußeren Bedingungen.

 

So kann es auch bei uns sein. Oft zeigt sich uns unverkennbar, was wir ganz persönlich für ein erfülltes Leben brauchen, immer wieder gleich, und doch immer wieder neu. Vielleicht zieht es uns hinaus in die Natur, zum Feiern, Lachen, Tanzen und ausgelassen sein mit Freunden. Vielleicht sammeln wir noch Energien, brauchen noch ein wenig, bis das, was in uns liegt nach außen gelangen, sich zeigen möchte. Eine kraftvolle Zeit ist gerade erst am Beginn und verheißt uns Freude und Lebendigkeit. All unsere Pläne und Ideen bekommen einen gehörigen Energieschub und nehmen konkret Form an. Und es ist auch noch Zeit weiter zu säen, was uns wichtig ist in diesem Jahr, in unserem Leben. So wie die Natur haben wir die Sehnsucht ins Dürfen und Wollen zu kommen, weniger das Müssen und Sollen zu leben.

 

Fragen zu dieser Zeit können sein:

  • Was gibt mir das Gefühl lebendig zu sein?
  • Was ist in mir, was ich noch zum Vorschein bringen möchte?
  • Welche Entscheidungen für ein erfülltes Leben sind zu treffen? Oder wo gilt es abzuwarten?

Ich wünsche allen eine verbundene Zeit – lasst Euch vom Frühling einladen zu Leichtigkeit, Übermut und auch Planung und Strategie, was es noch braucht für die Fülle in Eurem Leben.

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Juni

Qualität der Zeit -Aktivität

Der Sommer ist da und lädt uns ein raus zu gehen - uns nach außen zu wenden, nach außen zu spüren - in die Wärme, Sonne, ins Wasser und die Fülle der Natur. Und das ist auch in dieser besonderen Zeit möglich. Und vielleicht gerade in diesem Jahr bedeutsam und essentiell für uns. Die kontinuierliche Veränderung in der Natur kann uns die Sicherheit geben, die uns sonst im Außen vielleicht gerade fehlt. Mit dem Neuen umgehen zu lernen. Gelassenheit erlangen und Vertrauen spüren. Draußen unter Bäumen, auf der Wiese, am Fluss, der fließt und fließt und fließt.

 

Was wir ganz persönlich für ein erfülltes Leben brauchen - darauf eine, vielleicht neue  Antwort zu finden, wenn vieles nicht mehr so möglich ist, wie wir es gewohnt waren all die Jahre. 

 

Möglicherweise zieht es uns hinaus in die Natur, zum Feiern, Lachen, Tanzen und ausgelassen sein mit Freunden. Doch wie können wir das leben, was hält uns in diesen Zeiten lebendig? Wie erlebe ich meine Lebendigkeit, die aus mir kommt und keinen äußeren Anlass braucht?  Wir sind mitten in einer kraftvollen Zeit und können diese nutzen und uns neu entdecken. Was ist uns wirklich wichtig, welche Menschen gehören zu meiner Gemeinschaft?

 

Mögliche weitere Fragen zu dieser Zeit können sein:

  • Was gibt mir das Gefühl lebendig zu sein?
  • Mit welchen Menschen in meiner Umgebung möchte ich das teilen?
  • Wie bringe ich mein Inneres zum Ausdruck?

Ich wünsche Euch Frohsinn und Frieden im Herzen.

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September

Qualität der Zeit - Balance

Der Sommer mit seiner Fülle liegt hinter uns. Fülle bedeutet oft Überfluss, Genuss, eine Fülle an Erlebnissen, Gefühlen und Begegnungen, die Sicherheit, dass es mehr als genug von allem gibt - in uns und vor allem um uns herum.

Die Fülle kann sich aber auch in manchen Jahren in einem Zuviel zeigen: intensive Ereignisse, ein Auf und Ab der Gefühle, Freude und Trauer dicht beisammen. Dann sehnen wir uns nach Ruhe, innerer Einkehr und Balance, genau nach den Qualitäten, die die dunklere Jahreszeit mit sich bringt. Und möglicherweise auch ein Nachnähren an Lebendigkeit und Leichtigkeit.

 

Ab 21. September sind die Tage wieder kürzer als die Nächte. Es ist die Zeit, in der wir sowohl zurück auf den Sommer blicken können als auch nach vorne in die dunklere Jahreszeit, der Blick geht von Außen nach Innen.

 

Wir befinden uns in der Qualität der Balance. Balance bedeutet nicht, anzustreben in jedem Moment in Balance zu sein, in der Natur finden wir dies auch nicht. Lediglich an zwei Tagen im Jahr sind Tag und Nacht gleich lang. Doch über das Jahr verteilt gibt es eine ausgewogene Balance zwischen Tag und Nacht. Es geht um eine Ausgewogenheit über größere Zeiträume hinweg. Das gleiche Gewichten der Qualitäten und unserer Lebensbereiche: zwischen Innen und Außen, Aktivität und Ruhe, Kopf und Herz, Materiellem und Ideellem. Eine Pendelbewegung, ein Abwägen und Ausprobieren. Ausgleich schaffen im Leben. Denn Veränderung ist das einzig Beständige in der Natur.

 

Fragen zu dieser Zeit können sein:

  • Was brauche ich, damit ich in Balance komme?
  • Wie schaffe ich Ausgleich im Alltag?
  • Wie sind meine Lebensbereiche bisher gewichtet?

Ich wünsche allen eine verbundene Zeit – lasst Euch im September von der Qualität der Balance leiten mit der Leichtigkeit der Eichhörnchen, die durch die Bäume flitzen.

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Dezember

Qualität der Zeit - Innehalten

Es gibt wohl kaum eine Zeit, in der die Diskrepanz zwischen dem, was in der Natur passiert und dem, wie wir unser tägliches Leben erleben, drastischer ist als in dieser. In der Adventszeit ist es laut, bunt, fast schrill, die Termine und Aufgaben drängen sich, Geschenke wollen überlegt, besorgt und gestaltet, Freunde und Familie nochmal getroffen werden vor oder zu Weihnachten. Häufig sagen und hören wir: „ In diesem Jahr nicht mehr.“ Und dann, sobald wir in der Natur sind, lauschen wir der Stille, erleben wir, wie sich alles Leben zurückzieht, zum Ruhen kommt.

 

Kein neues Wachstum, sondern Loslassen und Vergehen.

 

Und wenn wir da nachspüren, ist da diese Sehnsucht: uns zurückzuziehen, langsam zu werden und mit unserer Kraft zu haushalten.

 

Und jetzt ist es Dezember, es gab schon den einen oder anderen Nachtfrost, die letzten Blätter trudeln von den Bäumen und geben deren Struktur frei. Die Pflanzen haben alle Lebenskräfte zurückgezogen. Auch die letzten Samen sind nun in der Erde und ruhen vorerst im Dunklen, sie bereiten sich durch „Nichtstun“ auf das Keimen im neuen Jahr vor. So erinnert uns diese Zeit daran, dass sich im Vergehen des Alten alles Neue schon wieder vorbereitet, auch wenn es noch nicht sichtbar ist, so wie der Kreis kein Anfang und Ende hat.

 

Es ist die Zeit zu pausieren, um zu regenerieren. Wir dürfen loslassen und die Ruhephase annehmen. Und dann können wir uns mit dem Kern der Dinge beschäftigen. Wir befinden uns jetzt in der Qualität das Wesentliche zu erkennen und das Überflüssige loszulassen. Indem wir darauf schauen, was uns und unser Leben wirklich ausmacht und prüfen, was wir nicht mehr benötigen, gelangen wir zu dem Kern unseres Seins.

 

Schau einmal, inwiefern diese Fragen für Dich momentan relevant sind:

  • Was ist für mich wesentlich, entspricht meinem Kern?
  • Was benötige ich nicht mehr und möchte ich loslassen? Welche Dinge oder Gedanken?
  • Wie komme ich zur Ruhe und erhole ich mich am besten?

Die Zeit der Rauhnächte und der Jahreswechsel laden dazu ein, auf unser Leben mit Fragen zu blicken – sowohl im Rückblick als auch im Ausblick - nicht nur auf das Jahr.

 

So wünsche ich Euch eine friedliche und gelassene Zeit, in der Ihr voller Dankbarkeit auf das Jahr blicken könnt. Euch darüber bewusst werdet, was noch losgelassen und vielleicht sogar vergeben werden will. Um dann bereit zu sein voller Neugier und Freude das neue Jahr willkommen heißen zu können.

Aber bis dahin sind es noch ein paar Wochen. Macht es Euch gut in dieser Zeit!

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